Der Januar 2026 war an den Finanzmärkten geprägt durch die geopolitischen Spannungen um Grönland und die Ernennung von Kevin Warsh durch Donald Trump als Kandidat für die Spitze der US-Notenbank FED, der nun durch den US-Senat bestätigt werden muss. Kevin Warsh gilt als gut qualifizierter Kandidat, der vermutlich auch die Unabhängigkeit der US-Notenbank wahren wird; entsprechend wurde seine Ernennung durch die Finanzmärkte positiv aufgenommen.
Insgesamt resultierte an den Börsen ein verhaltener Start ins neue Jahr. Der Swiss Performance Index erzielte eine Nullrendite (0.0%), der SMI mit den grosskapitalisierten Titeln lag bei -0.6%, der Index der mittelgrossen und kleineren Firmen SPI Extra bei 2.2%.
Der Industrieländeraktienindex MSCI World erzielte eine Rendite von 2.2% in USD und von -0.5% in CHF, der DAX lag bei 0.2% in EUR und bei -1.3% in CHF, der Schwellenländeraktienindex bei 8.9% in USD und 5.9% in CHF.
Die US-Notenbank beliess die Leitzinsen wie erwartet unverändert. Die Obligationenmärkte erzielten je nach Markt ein leicht positives oder leicht negatives Ergebnis. Gold legt erst stark zu, bevor es Ende Monat stark korrigierte, und schloss den Monat bei 14.3% in USD und 11.5% in CHF.
Nachdem sich US-Präsident Trump bereits kurz nach seiner Wahl öffentlich äusserte Grönland zu «bekommen» bzw. die Insel unter US-Kontrolle zu bringen, verschärfte er im Januar 2026 seine Rhetorik deutlich. Die USA würden wegen Grönland etwas unternehmen, ob es den Betroffenen gefalle oder nicht. Er würde dazu gerne einen «Deal» abschliessen; falls nicht, dann würde er «auf die harte Tour» agieren. Opponierenden europäischen Staaten drohte er eine Erhöhung der Zölle an.
Grönland hat auf mehreren Ebenen eine strategische Bedeutung für die USA. Die Insel kann als Standort genutzt werden, um den Schiffsverkehr durch die Lücke zwischen Grönland und Grossbritannien zu überwachen; eine Route von der Arktis in den Nordatlantik, über die auch russische Kriegsschiffe gelangen. China arbeitet gemeinsam mit Russland am Ausbau einer Polaren Seidenstrasse, um neue Handelsrouten zu erschliessen und globale Verkehrsströme strategisch zu beeinflussen. Die USA sehen hier Nachholbedarf, weil sie die geostrategische Bedeutung der Arktis lange unterschätzt haben. Mit der Eisschmelze der vergangenen Jahre werden zunehmend Transportwege durch die Arktis frei und der Abbau von kritischen Rohstoffen wie z.B. seltene Erden wird möglich.
Die grönländischen Parteien reagierten geschlossen und sagten, dass sie weder Amerikaner noch Dänen seien und die Zukunft Grönlands nur von Grönländern bestimmt werden darf. Die dänische Premierministerin warnte, eine US-Übernahme würde das Ende der NATO bedeuten. Nach heftiger europäischer Kritik kam es zu einer überraschenden Wendung: Trump verkündete eine grundsätzliche Einigung mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte und zog seine angedrohten Zölle gegen europäische Staaten zurück. Die Einigung sieht den Ausbau der Arktis-Sicherheitsarchitektur vor, wobei die USA möglicherweise neue Militärbasen errichten und bei zukünftigen Investitionen und Rohstoffprojekten beteiligt werden könnten. Gemäss der NATO werden die Verhandlungen zwischen Dänemark, Grönland und den USA fortgesetzt – mit dem Ziel sicherzustellen, dass Russland und China in Grönland niemals Fuss fassen, weder wirtschaftlich noch militärisch.
Fast alle Format Anlagen konnten in diesem Marktumfeld eine positive Performance erzielen. Von den Aktienfonds konnte sich Format Aktien Schweiz mittlere und kleinere Firmen mit einem Plus von 3.9% am besten entwickeln, womit die Wertentwicklung der Benchmark SPI Extra von 2.2% deutlich übertroffen wurde. Die Performance der Fonds und Mandate seit Jahresbeginn kann über den nachfolgenden Link aufgerufen werden.
Wie bereits im vergangenen Jahr wirbelt die US-Administration viel Staub auf, was die nüchterne Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen erschwert. Die Prognose der Analysten, dass im laufenden Jahr die Gewinne der Unternehmen im MSCI World durchschnittlich um über 10% zulegen sollen, stellt für die Aktienmärkte eine Unterstützung dar.
Beste Grüsse
Matthias Hug und Markus Lackner
