Bericht

Monatsbericht Februar 2026

Marktentwicklung im Februar 2026

Wegen grossen Fortschritten von agentenbasierter KI nahmen im Februar die Ängste vor Disruptionen verschiedener Sektoren wie beispielsweise der Softwareentwicklung stark zu. Entsprechend kam es zu Umschichtungen in Firmen, die zu den Profiteuren dieser Entwicklung gezählt werden oder die aufgrund ihres Geschäftsmodells wenig von KI tangiert sind.

Der Swiss Performance Index profitierte von grösseren Umschichtungen in die Schwergewichte Nestlé und Novartis und legte um 5.7% zu. Auch der DAX und der Weltaktienindex MSCI World konnten um 3.0% in EUR bzw. um 0.8% in USD zulegen. Während der Schwellenländerindex seinen starken Jahresauftakt mit einem weiteren Plus von 5.5% bestätigte, musste der amerikanische S&P 500 ein leichtes Minus von 0.8% hinnehmen (beide in USD).

Die Ölpreise sind bereits mit dem massiven Zusammenzug von US-Marine- und Luftstreitkräften im Persischen Golf angestiegen und legten im Februar um rund 10% in USD zu. Auch der Goldpreis stieg vor dem Hintergrund der zunehmenden geopolitischen Risiken weiter an und notierte in USD um 7.9% höher.

Israel und die USA greifen den Iran an

Seit Ende Februar fliegt Israel zusammen mit den USA Luftangriffe auf den Iran und hat nach eigenen Angaben die Lufthoheit erlangt. Bei den Angriffen ist nach übereinstimmenden Berichten Irans oberster Führer Ayatollah Ali Khamenei getötet worden. Die iranischen Streitkräfte reagierten mit Raketen und Drohnen, die neben Israel auch auf Ziele in den verschiedenen Golfstaaten abgefeuert wurden. Die Operation werde «so lange wie nötig» dauern, hiess es von israelischer Seite.

Die globalen Finanzmärkte haben in den ersten Tagen nach Kriegsausbruch mit Kursabgaben reagiert. Haupttreiber für die gestiegene Unsicherheit ist der Anstieg des Ölpreises um über 15% seit Ende Februar. Insbesondere die faktische Blockade der Strasse von Hormus, über die rund 20 Prozent der weltweiten Erdölexporte transportiert werden, schürt Nervosität. Eine länger anhaltende Blockade würde zu temporären Knappheiten am Weltmarkt führen.

Es ist wahrscheinlich, dass es Israel und die USA bei den konzertierten Luftanschlägen belassen werden und es nicht zu einem längeren Konflikt kommen wird. Solange die Strasse von Hormus nicht nachhaltig blockiert wird und es nicht zu einer Zerstörung beträchtlicher Förderkapazitäten kommt, sollte es nicht zu einer umfangreichen Disruption des Ölmarktes kommen.

Donald Trump befindet sich in seinem zweiten Amtsjahr in einer innenpolitisch schwierigen Lage und ist mit sinkenden Umfragewerten konfrontiert. Eine Mehrheit der US-Bürger ist mit seiner wirtschaftlichen Bilanz unzufrieden und auch das Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE stösst viele Amerikaner ab. Trump muss damit rechnen, dass die Republikaner bei den Zwischenwahlen im November eine oder gar beide Kammern verlieren und der Präsident einen wesentlichen Teil seiner Handlungsfreiheit einbüsst. Schon jetzt hat ihm der Oberste Gerichtshof die Verhängung von Zöllen gegen viele Länder auf der Basis eines Notstandgesetzes untersagt. Der Angriff auf den Iran könnte deshalb mindestens teilweise ein Ablenkungsmanöver von der innenpolitischen Lage sein. Damit dieser Plan aufgeht, darf der Krieg gegen den Iran nicht zu lange dauern, nur wenigen US-Soldaten das Leben kosten und rasch wieder zu tieferen Energiepreisen führen, sodass Trump den Ausgang als Erfolg präsentieren kann.

Fonds- und Mandatsperformance

Die starke Performance von Nestlé und Novartis trieb die Entwicklung des SPI an. Ohne die drei Indexschwergewichte (inkl. Roche) hätte der Index mit 2.8% weniger als die Hälfte der tatsächlichen Monatsrendite von 5.7% realisiert. Weil gleichgewichtetes Anlegen langfristig die besseren Anlageergebnisse ermöglicht, verfügen unsere Portfolio über ein strukturelles Untergewicht der Indexschwergewichte. Ausserdem entwickelten sich Aktien von weniger stark wachsenden Firmen mit defensiveren Geschäftsmodellen überdurchschnittlich, während einige unserer Portfoliofirmen auf mehrheitlich gute operative Jahresresultate negative Kursreaktionen zeigten. Deshalb resultierte im Februar für die Format Vermögensanlagen eine tiefere Performance als die entsprechenden Vergleichsindizes. Die Performance der Fonds und Mandate seit Jahresbeginn kann über den nachfolgenden Link aufgerufen werden.

Ausblick

Die meisten Akteure wie die USA und die Anrainerstaaten am Persischen Golf sind im Konflikt im mittleren Osten an einer raschen Entspannung der Situation interessiert. Sofern es Israel und den USA gelingt die Möglichkeiten für iranische Gegenschläge effektiv zu begrenzen, dürften die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft überschaubar bleiben. Wegen der gestiegenen Unsicherheit ist mit kurzfristigen Anstiegen und einer erhöhten Volatilität der Energiepreise zu rechnen. Da der Ölmarkt vor der Eskalation Produktionsüberschüsse zeigte, ist bei einer Entspannung eine rasche Normalisierung der Preise wahrscheinlich. In der Regel belasten militärische Ereignisse die Märkte nur vorübergehend. Meist werden die vorherigen Kursniveaus schon bald wieder erreicht, weshalb wir basierend auf der aktuellen Einschätzung keine Risikoreduktion in den Format Vermögensanlagen vorgenommen haben.

Beste Grüsse
Matthias Hug und Markus Lackner