Bericht

Monatsbericht Juli 2026

Wieder aufflammende Spannungen im mittleren Osten mit neuerlichen US-Angriffen auf den Iran und dem Beschuss von Schiffen in der Strasse von Hormuz belastete die globalen Finanzmärkte in den letzten Wochen. Durch die anhaltende Störung wichtiger Schifffahrtsrouten ist der Ölpreis kurzzeitig wieder auf USD 100 gestiegen und notiert per Monatsende mit USD 90 über 20% höher als Ende Juni.

Die meisten globalen Aktienmärkte konnten trotzdem ihr Kursniveau halten bzw. leicht ausbauen. Der SPI, DAX (in EUR) und der Weltaktienindex MSCI World (in USD) konnten 0.7%, 2.5% bzw. 0.5% zulegen. Wachsende Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit und Finanzierung der Investitionen in die KI-Infrastruktur belastete die Technologiewerte deutlich und führte zu Abgaben im S&P 500 von -0.1% und vor allem im technologielastigen Nasdaq 100 Index und dem Schwellenländerindex MSCI Emerging Markets mit -6.6% bzw. -3.0% (alle in USD).

Der erneute Anstieg der Energiepreise schürte Inflationssorgen und liess die langfristigen Zinsen in allen wichtigen Währungsräumen ansteigen. Die Rendite von 10-jährigen US-Staatsanleihen kletterte auf den höchsten Stand seit Januar 2025 und in der Eurozone erreichten die Renditen von deutschen Bundesanleihen 3.2%. Die Währungshüter in den USA und der Eurozone beliessen die Leitzinsen vorerst unverändert. Die Anleiheindizes gaben im Juli zwischen 1.5% und 2.0% nach.

Starke Firmenergebnisse, im Juli jedoch ohne grossen Einfluss

Nachdem in den USA etwa die Hälfte der Firmen im S&P 500 Index ihre Resultate zum 2. Quartal 2026 rapportiert hat, kann die Berichtssaison als sehr stark bezeichnet werden. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sind die aggregierten Firmengewinne um über 25% gestiegen. Dank der massiven Investitionen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) ist das Gewinnwachstum des Nasdaq 100 Index mit über 40% noch höher.

Neben den US-Indizes zeigen aber auch die Märkte in Europa, Asien und den Schwellenländern eine sehr hohe Gewinndynamik, welche die Erwartungen der Analysten teilweise deutlich übertreffen. Bisher blieben diese sehr starken Firmenergebnisse ohne wesentlichen positiven Einfluss auf die Marktentwicklung, da sie durch die geopolitischen Ereignisse der letzten Wochen überlagert wurden.

Die Ängste vor einer nachhaltigen Versorgungslücke bei den wichtigen Energieträgern wie Öl und Gas hat im Juli erneut zu steigenden Preisen geführt. Je länger der Konflikt und vor allem die faktische Blockade der wichtigen Transportwege anhält, desto grösser dürften die negativen Auswirkungen sein. Im Moment können die Energiepreise durch einen Mix aus alternativen Versorgungsrouten, einer Nutzung von Notvorräten, einem Nachfragerückgang und einer Ausweitung der Förderung anderer Produzenten auf einem akzeptablen Niveau gehalten werden.

Fonds- und Mandatsperformance

Auch in der Schweiz ist die Berichtssaison im vollen Gang. Praktisch alle unsere Portfoliofirmen konnten mit ihren Zahlen zum 2. Quartal oder zum 1. Halbjahr die Erwartungen der Analysten im Minimum erfüllen und vielen Fällen übertreffen. Ähnlich wie in anderen Märkten wurden bisher viele der starken Ergebnisse von den Investoren mit Zurückhaltung aufgenommen.

Mit einem Plus von 0.8% konnte Aktien Schweiz Dividendentitel mit dem SPI mithalten, während Aktien Schweiz, Aktien Schweiz mittlere und kleinere Firmen und Aktien Schweiz Flex hinter ihren Benchmarks zurückblieben. Im schwierigen Marktumfeld für Anleihen verlor Obligationen Welt etwas weniger als die Benchmark. Die Performance der Fonds und Mandate seit Jahresbeginn kann über den nachfolgenden Link aufgerufen werden.

Ausblick

Mit der dynamischen Gewinnentwicklung der Firmen hat sich vielerorts einiges an Kurspotential gebildet, welches bei einer Beruhigung der geopolitischen Lage realisiert werden dürfte. Auf der anderen Seite bleibt eine weitere Eskalation im mittleren Osten und eine länger anhaltende Blockade der wichtigen Transportwege für Öl und Gas kurzfristig das grösste Risiko für die globalen Finanzmärkte.

Beste Grüsse
Matthias Hug und Markus Lackner