Die Aktienmärkte haben sich im April deutlich erholt und die USA-lastigen Indices markieren neue Allzeithöchststände. Neben einer temporären Waffenruhe im Iran-Krieg trug die starke Gewinnentwicklung der US-Unternehmen getrieben durch den KI-Boom zur Marktberuhigung bei. Im Monatsverlauf legten der Swiss Performance Index (SPI) um 4.0% und der deutsche DAX um 7.1% (in EUR) zu, während der S&P 500, der MSCI World sowie der Schwellenländerindex MSCI Emerging Markets um 10.5% bzw. um 9.6% und 14.7% in USD nach oben kletterten. Die Ölpreise stiegen nach einem zwischenzeitlichen Taucher auf USD 90 wieder deutlich über die USD 100-Marke, der Goldpreis entwickelte sich seitwärts und die langfristigen Zinsen verharrten auf erhöhten Ständen.
Die europäische Zentralbank (EZB) und die US-Notenbank (FED) entschieden Ende April, ihre Leitzinssätze nicht zu verändern. Insbesondere die US-Wirtschaft zeigte sich bisher weitgehend robust gegenüber den Auswirkungen des Iran-Kriegs.
Je länger die Strasse von Hormuz blockiert bleibt, desto grösser wird der Teuerungsdruck infolge der hohen Rohstoffpreise werden, was den Handlungsspielraum der Notenbanken einschränkt. Dies ist die erste grosse Herausforderung des designierten neuen FED-Chef Kevin Warsh. Mit der aktuellen Ausgangslage sind Zinssenkungen bis auf weiteres kaum vertretbar, womit die Spannungen zwischen dem Weissen Haus und der Notenbank anhalten dürften. Überraschenderweise hat Jerome Powell angekündigt, dass er nach dem Ende seine Amtszeit als FED-Vorsitzender als einfaches Mitglied im Gouverneursrat verbleiben wird. Ob er dabei die gesamte verbleibende Amtszeit bis Ende Januar 2028 ausreizen wird, liess er offen. Der letzte Vorsitzende, der nach seiner Amtszeit im Rat verharrte, war Marriner S. Eccles im Jahr 1948. Powell erklärte seine Entscheidung mit den Worten: «Ich hatte schon lange vor, in den Ruhestand zu gehen. Aber wissen Sie, die Ereignisse der letzten drei Monate haben mir, glaube ich, keine andere Wahl gelassen, als zu bleiben».
Die Inflation ist in den USA zuletzt auf 3.3% und in der Eurozone auf 3.0% gestiegen. Während die Finanzmärkte aktuell mit keinen Leitzinsveränderungen der FED in diesem Jahr rechnen, werden von der EZB zwei bis drei Zinserhöhungen um jeweils 0.25% erwartet. Allerdings wissen wir aus der Vergangenheit, dass die EZB schon mehrmals von möglichen Zinserhöhungen abgesehen hat.
Die Format Vermögensanlagen profitierten im April von der generellen Markterholung und konnten deutlich zulegen sowie ihre Benchmarks übertreffen. Format Aktien Schweiz mittlere und kleinere Firmen erzielte mit 8.4% das stärkste Plus und liess damit die Benchmark SPI Extra klar hinter sich. Die Performance der Fonds und Mandate seit Jahresbeginn kann über den nachfolgenden Link aufgerufen werden.
Die internationalen Finanzmärkte sehen sich aktuell einem komplexen Umfeld mit entgegengesetzten Kräften ausgesetzt:
Einerseits hat der weiterhin andauernde Konflikt im mittleren Osten zu hohen Energiepreisen und steigenden Preisen sowie zunehmenden Lieferengpässen verschiedener Rohstoffe geführt, was das Wachstum belastet und die Inflation anheizt, und damit erhoffte Zinssenkungen (z.B in den USA) auf der Zeitachse nach hinten schiebt.
Andererseits unterstützen die mehrheitlich starke Gewinnentwicklung der Unternehmen (z.B. in den USA, den Schwellenländern und der Schweiz) und der KI-Boom die Aktienkurse. Auch wenn das für viele Menschen im Alltag noch nicht klar ersichtlich ist, Künstliche Intelligenz ist eine der ganz grossen technologischen Entwicklungen, welche zahlreiche Branchen umkrempeln wird und eine der grössten Investitionswellen in der Geschichte angestossen hat. Dieser Investitionsboom beschränkt sich keineswegs auf amerikanische Firmen; davon profitieren zahlreiche Firmen weltweit, nicht zuletzt auch eine ganze Reihe von Schweizer Firmen, deren Aktien wir in den Format-Portfolios halten.
Ob die negativen Entwicklungen (erhöhte Preise und zunehmende Lieferengpässe von Rohstoffen) oder die positiven Entwicklungen (Unternehmensergebnisse und KI-Investitionsboom) Überhand behalten, wird für die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten entscheidend sein.
Beste Grüsse
Matthias Hug und Markus Lackner
