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Das Jahr 2025 war geprägt von zwei gegensätzlichen Kräften: geopolitischer Unsicherheit und technologischem Fortschritt.
Im Frühjahr erschütterten neue US-Importzölle das globale Handelssystem - die grösste handelspolitische Veränderung seit dem Zweiten Weltkrieg. Die internationalen Aktienmärkte verloren zunächst zwischen 15 % und 25 %, erholten sich jedoch bis Mitte Jahr.
In der zweiten Jahreshälfte folgte eine starke Aufwärtsbewegung, getrieben von massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz. Trotz US-Zöllen auf Schweizer Waren von bis zu 39 % entwickelte sich der Schweizer Aktienmarkt besser als der S&P 500 und der MSCI World - hauptsächlich wegen des schwachen US-Dollars.
Die US-Administration führte im April 2025 Basiszölle von 10 % sowie zusätzliche länderspezifische „reziproke“ Zölle ein. Ziel war die Reduktion des Handelsdefizits und zusätzliche Staatseinnahmen.
Die Schweiz war besonders betroffen, da ihr Handelsüberschuss hohe Sonderzölle auslöste. Nach Verhandlungen im November wurde eine Reduktion auf 15 % vereinbart, verbunden mit Investitionen von Schweizer Firmen in den USA.
Höhere Zölle verteuern Importe, bremsen Wachstum und erhöhen Unsicherheit. Dennoch wuchs die Weltwirtschaft 2025 gemäss IWF um rund 3.2 %, da Unternehmen Lieferketten anpassten und Finanzierungsbedingungen stabil blieben.
Die Idee: weniger Importe sollen heimische Produktion stärken.
In der Realität hängt der Exportüberschuss jedoch von Faktoren wie Kostenstruktur, Produktqualität und Wechselkurs ab. Da Industrien häufig importierte Komponenten benötigen, können Zölle sogar die eigene Wettbewerbsfähigkeit schwächen. Betroffen sind letztlich alle beteiligten Volkswirtschaften - auch jene, die Zölle erheben.
Nach einem schwachen Start stabilisierten sich die Märkte im Jahresverlauf. Besonders stark entwickelten sich US-Technologieaktien.
Die sogenannten „glorreichen Sieben“ - Nvidia, Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon, Meta und Tesla - dominieren mittlerweile über ein Drittel des S&P 500. Nvidia entwickelte sich dabei zur grössten Firma innerhalb dieser Gruppe.
In der Schweiz profitierten defensive Schwergewichte wie Nestlé, Roche und Novartis besonders stark. Gleichzeitig verlor der US-Dollar rund 13 % gegenüber Euro und Franken, wodurch internationale Aktien in Schweizer Franken schwächer wirkten.
Der aktuelle KI-Boom wird oft mit der Dotcom-Blase verglichen, unterscheidet sich jedoch fundamental:
Auch Schweizer Unternehmen setzen KI bereits ein - etwa in Medizintechnik, Infrastruktur und Rechenzentren. Dadurch entstehen messbare Effizienzsteigerungen in der Realwirtschaft.
Der IWF erwartet ein globales Wachstum von rund 3.1 %.
Treiber sind staatliche Investitionen, stabilerer Welthandel und zunehmende KI-Anwendungen.
Unternehmen dürften steigende Gewinne erzielen, während sich der Fokus zunehmend von KI-Produzenten zu KI-Anwendern verschiebt.
Wichtige Unsicherheitsfaktoren bleiben:
Ein politischer Einfluss auf die US-Notenbank könnte insbesondere die Finanzmarktstabilität belasten.
Die Weltwirtschaft dürfte weiterhin moderat wachsen.
Künstliche Intelligenz wird zunehmend zum zentralen Treiber vieler Branchen.
Aktien bleiben attraktiv, während Obligationen insbesondere in schwächeren Wachstumsphasen zur Diversifikation beitragen. Gleichzeitig bleibt die Politik ein bedeutender Volatilitätsfaktor.
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